Saint-Gilles/Belgien – Zur Europäischen Mobilitätswoche hat Eurostar seinen Nachhaltigkeitsbericht 2024 veröffentlicht und dabei die Kreislaufwirtschaft klar ins Zentrum gerückt. Dass aus altem Brot Bier werden kann, ist dabei nur die köstlichste Randnotiz: Das europäische Hochgeschwindigkeitsbahnunternehmen arbeitet daran, das Prinzip in allen Bereichen seines Betriebs zu verankern.
Eurostar sieht sich damit weiter als Vorreiter im nachhaltigen internationalen Verkehr. Die Strategie ruht auf drei Säulen: Kreislaufwirtschaft ausbauen, CO2-Emissionen senken und die Zusammenarbeit mit Bahn- und Luftfahrtsektor stärken.
„Bei Eurostar wollen wir, dass die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft unsere Entscheidungen in jeder Phase leiten – angefangen bei der Auswahl unserer Lieferanten und Produkte“, sagt Gareth Williams, Generalsekretär bei Eurostar. Ein Beispiel liefert das Unternehmen seit Mai 2024 selbst: Ungenutztes Brot aus der Eurostar-Premier-Klasse auf den kontinentalen Strecken wird gemeinsam mit der Brauerei Pain de Minuit zu Craft-Bier verarbeitet. Die Initiative erhielt 2025 den Onboard Hospitality Sustainability Award.
Nächster Schritt: Auch die Kanaltunnel-Verbindungen sollen davon profitieren.
Auch an den Standorten zieht Eurostar die Wiederverwendung konsequent durch. Die neuen kontinentalen Lounges in Paris und Brüssel wurden 2025 so umgebaut, dass möglichst viele Möbel und Materialien gesammelt, recycelt oder erneut genutzt werden konnten. Ein Teil der nicht mehr benötigten Einrichtungsgegenstände fand in der Eurostar Departure Lounge in Lille Europe ein neues Zuhause.
Beim neuen Kanaltunnel-Terminal am Amsterdamer Hauptbahnhof, das im Februar 2025 wiedereröffnet wurde, arbeitete Eurostar ebenfalls mit Architekten und Fachleuten an einer sorgfältigen Materialauswahl – darunter Bodenbeläge mit hoher Umweltleistung und Decken mit hohem Recyclinganteil.
Neben dem Klima rückt Eurostar auch die Zugänglichkeit stärker in den Fokus. Mit der aktualisierten Fahrrad-Policy können Fahrgäste auf Kanaltunnel-Strecken Fahrradstellplätze nun direkt bei der Buchung über Website oder App reservieren; die Ausweitung auf weitere Strecken ist geplant.
Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Barrierefreiheitsstrategie voran. Bahnhöfe und Züge wurden mit stufenlosen Zugängen, klarerer Beschilderung und angepassten Sitzplätzen ausgestattet, um Reisen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität angenehmer zu machen. Auch die digitalen Plattformen werden überarbeitet, damit sie internationalen Barrierefreiheitsstandards entsprechen und Informationen für alle zugänglich sind.
2025 unterzeichnete Eurostar außerdem gemeinsam mit SNCF Réseau die „Charta der Verpflichtungen zur Inklusion von Reisenden mit Autismus im Schienenverkehr“. Damit verpflichtet sich das Unternehmen zu einem proaktiven, neurodivergenzfreundlichen Design im gesamten Netzwerk. Ergänzt wird das durch ein stärkeres Engagement für Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion in Belegschaft und Betrieb. Die Mitarbeiter-Netzwerke wurden 2025 neu belebt und organisieren Aktivitäten etwa zum Internationalen Frauentag, zu Pride oder zum Internationalen Tag der Gebärdensprachen.
Auch bei der Energieversorgung bleibt Eurostar auf Kurs. Der Nachhaltigkeitsbericht 2024 folgt nun den GRI-Standards und soll mehr Transparenz, besseres Risikomanagement und Vorsprung bei neuen Vorgaben bringen. Seit Januar 2024 ist Eurostar zudem Teil der RE100-Allianz, die sich auf 100 Prozent erneuerbare Energie verpflichtet hat. Als rein elektrisch betriebenes Hochgeschwindigkeitsbahnunternehmen sieht sich Eurostar dafür gut gerüstet – und arbeitet mit Infrastrukturpartnern weiter an erneuerbarer Traktionsenergie.
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